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Eine Million Euro soll Datenautobahn schneller machen - PNP vom 24.10.08


Landkreis investiert 500 000 Euro - Der Freistaat steuert die andere Hälfte bei - Planungs- und Machbarkeitsstudie fast fertig

(Carmen A. Laux, Eging am See) „500 000 Euro vom Landkreis plus die gleiche Summe vom Freistaat - mit insgesamt einer Million Euro wollen wir nächstes Jahr die Breitband-Infrastruktur in der Region voranbringen“ - diese Ankündigung von Landrat Franz Meyer ist eine kleine Sensation gewesen bei der Bürgermeisterversammlung am Mittwoch in Eging. Entsprechend groß war der Applaus.

Zur Erinnerung: Als eine seiner ersten Diensthandlungen hatte Franz Meyer eine Koordinierungsstelle am Landratsamt bestimmt, die sich um die Verbesserung der Breitband-Versorgung kümmert. Unter Federführung von Josef Kaiser, zuständig für den Fachbereich Wirtschaft und Verkehr, wurde erreicht, dass es inzwischen in jeder Gemeinde einen Breitband-Paten gibt, dass Passau als erster Landkreis Niederbayerns den Förderantrag für die Planungs- und Machbarkeitsstudie bei der Regierung gestellt und die Ergebnisse schon nahezu vollständig ausgewertet hat, so dass jetzt mit der Markterkundung angefangen werden kann. Als fünfter Schritt folgt dann das Auswahlverfahren.
„Breitband ist so wichtig wie ein Autobahnanschluss“, bleute Josef Kaiser den Landkreis-Bürgermeistern erneut ein. Eine Erkenntnis, die einige Gemeinden schon schmerzlich hatten erfahren müssen: Wie berichtet, gab es wegen Schwierigkeiten mit der Datenautobahn unter anderem Probleme bei der Neuansiedlung bzw. mit der Abwanderung von Betrieben,

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Wichtig für die Infrastruktur

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hoch qualifizierte Arbeitsplätze gingen verloren und gerade junge Menschen sind bereit, in Ballungszentren abzuwandern. Letzteres hatte auch Dr. Herbert Tekles in seiner Sozialraumstudie belegt. Er war auch in Eging, konnte den Zusammenhang bestätigen.  „Der Landkreis Passau sieht die Breitband-Infrastruktur als ,kreisstraßenähnliche Infrastruktur’“, betonte Landrat Franz Meyer. Eine Optimierung sehe er als klaren Standortfaktor und Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Regionen, die noch nicht so weit seien mit ihrer Planung. Bei der Umsetzung der Breitband-Initiative schlägt Josef Kaiser den Gemeinden vor, zweigleisig zu fahren: Um schnellstmögliche Erfolge zu haben, sollten sie mittelfristig mit Telekommunikationsanbietern zusammenarbeiten. „Wichtig wäre, dass bei Kanalbaumaßnahmen gleich Leerrohre oder Leitungen mitverlegt werden, die im Eigentum der öffentlichen Hand bleiben“, so der Wirtschaftsfachmann vom Landratsamt. Langfristig sei an den Aufbau einer eigenen, leistungsfähigen Infrastruktur gedacht.

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„Zukunft liegt beim Glasfaserkabel“

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Unterstützt wird der Landkreis bei seiner Breitband-Optimierung von der Firma Hofmann Planung und Entwicklung GmbH aus Johanniskirchen, einem unabhängig beratenden Ingenieurbüro, das auch die Landkreise Freyung-Grafenau und Deggendorf unter Vertrag hat. „Die Zukunft liegt sicher beim Glasfaserkabel. Was mittelfristig aber auch funktioniert, sind Funknetze“, erklärt Geschäftsführer Franz Hofmann und schiebt gleich hinterher, dass die Strahlung mitnichten vergleichbar sei mit der eines Handy-Funkmastens. Alternativ gebe es auch die Satelliten-Technologie, wobei diese Entwicklung allerdings noch nicht abgeschlossen ist. Die Nachteile: „Die Preise liegen über denen von Kabel- und Funklösungen. Außerdem sind Internet-Telefonie und -Anwendungen nur mit Zeitverzögerungen möglich“, so der Ingenieur. Doch egal ob Kabel, Satellit oder Funk - die Firma HPE nennt den Gemeinden Anbieter, lotet Standorte und Pläne aus.

Quelle: Passauer Neue Presse