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Der Aldi-Markt wächst - die Grünfläche nicht - PNP vom 13.08.08

Einkaufsmarkt wird um Flaschenrückgabe-Raum erweitert - Bauausschuss erteilt Befreiung - Stellplätze bleiben erhalten

(Von Markus Gerauer, Bad Füssing) Soll man zugunsten der Grünfläche auf Parkplätze verzichten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bauausschuss jetzt, als es um die Erweiterung des Aldi-Markts im Hofgartenweg ging. Die einstimmige Antwort des Gremiums: nein. Seit 2002 gibt es den Aldi-Markt im Kurort. Jetzt soll das - wie es im eingereichten Bauantrag heißt - „bestehende Einzelhandelsgeschäft für Lebensmittel“ erweitert werden. Es soll, wie Bürgermeister Alois Brundobler in der Bauausschuss-Sitzung erläuterte, ein rund 120 Quadratmeter großer Raum für die Annahme und Lagerung von Pfandflaschen angebaut werden.

Aus einem Brief, in dem das Unternehmen die Notwendigkeit dieser Erweiterung begründet, geht hervor, dass im Bad Füssinger Aldi-Markt täglich rund 6000 Pfandflaschen zurückgegeben werden. Zur Rücknahme dieser Flasche ist jedes Einzelhandelsgeschäft übrigens per Gesetz verpflichtet. Die beiden Automaten, an denen das geschieht, stehen im Geschäft. „Da ist bei der Flaschenrückgabe teilweise so viel los, dass es zu erheblichen Behinderungen im Geschäftsablauf kommt“, formulierte Brundobler das Problem. Somit wäre es für das Unternehmen besser, die beiden Rückgabe-Automaten könnten in einem separaten Raum aufgestellt werden. Will ein Geschäft erweitern, muss es natürlich auch mehr Stellplätze nachweisen. Das ist aber im Falle des Bad Füssinger Aldi-Marktes kein Problem. Hier gibt es genügen Stellplätze. „91 Stellplätze sind erforderlich, tatsächlich gibt es beim Aldi-Markt 123“, erklärte Norbert Lederhofer vom Bauamt. Das Problem bei der Erweiterung liegt anderswo: Wenn ein Geschäft wächst, muss auch die Grünfläche außen herum größer werden. Und das geht beim Aldi-Markt nicht. Außer, man löst einige der überzähligen Stellplätze auf und wandelt sie in eine Grünfläche um. Denn Stellplätze gibt es ja mehr als genug. Will man das nicht, bleibt nur noch die Möglichkeit, eine Befreiung von der Grünfläche auszusprechen. Das sind die zwei Alternativen, zwischen denen sich der Ausschuss zu entscheiden hatte: Umwandlung der Parkplätze oder Befreiung.

Der Bürgermeister selbst plädierte für eine Befreiung: Zum einen handle es sich um ein Gewerbegebiet, in dem die Begrünung oder Bepflanzung keine so große Rolle spiele. Zum zweiten werde mit dem Anbau eines Raums für die Flaschenrückgabe keine zusätzliche Verkaufsfläche geschaffen. Zudem setze der Konzern damit ja nur eine gesetzliche Vorgabe um. Und: „Ich glaube nicht, dass der Kunde, wenn er bei Aldi einkauft, Wert auf eine große Grünfläche legt. Bei einer Pension oder einem Hotel ist das etwas anderes. Da will der Gast einen Baum sehen, da will er viel Grün haben“, plädierte der Bürgermeister für eine Befreiung von der Grünfläche im Falle Aldi. Die Parkplätze zurückzubauen, um daraus eine Grünfläche zu machen, davon hält der Bürgermeister nichts: „Mit ist es lieber, wenn die Autos Platz haben. Denn ansonsten parken die Kunden womöglich auf dem Hofgartenweg. Das gibt dann Verkehrsbehinderungen.“ Dieser Meinung schloss sich der Ausschuss an. Auch Rudi Egginger, der anmerkte, dass es den Leuten schwer verständlich zu machen sei, warum man bei Aldi wieder eine Ausnahme mache, ließ sich davon überzeugen, dass ein Einkaufsmarkt anders zu beurteilen ist als eine Pension. Einmütig stimmte der Bauausschuss dafür, dem Aldi-Markt für seine Erweiterung eine Befreiung von der Grünfläche zu erteilen.

Quelle: Passauer Neue Presse