Aktuelles + Termine - Detailansicht

Sehenswert: Das Lebenswerk eines großen Bildhauers - PNP vom 25.08.08

Die „Dengl-Dynastie“ bei der Vernissage im Leonhardimuseum (stehend v.l.): Dominik Dengl, Enkelin Lilly, Paul Dengl, (sitzend v.l.) Karola Dengl, Karolina Dengl, Enkelin Amaya, (vorne v.l.) Paul, Willi, Fanny, Marisa und Marlene. Im Hintergrund sind Werke von Dominik Dengl d. Ä. zu sehen. Foto: Wolfgang Hartwig

Leonhardimuseum in Aigen zeigt Werke von Dominik Dengl dem Älteren - Vor allem sakrale Skulpturen sind zu sehen

(Marita Pletter, Aigen am Inn) „Ein Leben für die Bildhauerei“, nämlich das Leben Dominik Dengls des Älteren (1920 von 1998), dokumentiert seit dem Wochenende die als „Gedächtnisausstellung zum zehnten Todestag“ initiierte Werke-Präsentation des großen niederbayerischen Bildhauers.

Viele dieser meist sakralen Skulpturen hat der Leiter des Leonhardimuseums, Josef Freund, mit Hilfe seiner Frau als Leihgaben organisiert: teilweise aus dem Eigentum der Familie Dengl, aus Privatbesitz, aus bayerischen und oberösterreichischen Kirchen. So versäumte es denn Freund nicht, Thomas Winkler zu danken, „der alles tragen helfen hat“, wie auch den Politikern und für die Finanzierung Verantwortlichen, indem er hoffte, „dass mir noch lang, lang a Geld ham“. Es wäre schade gewesen, hätte man keines gehabt, empfindet doch der Betrachter die Exponate als außergewöhnlich.

Kaum dass der Besucher den Saal des Leonhardimuseums betreten hat, so sieht er sich auch schon umringt von vielen liebenswürdigen Buben und Mädchen, sämtlich untereinander Cousins und Cousinen. „Weißt du, wer das da gemacht hat?“ Dabei deuten sie vage in Richtung der Schnitzereien. Was soll man antworten? Etwas unsicher „. . . ein berühmter Bildhauer; er ist schon vor zehn Jahren gestorben.“ „Ja, und das ist unser Opa“, klingt es ganz andächtig und stolz, dass die Kinderaugen blitzen.

Vielleicht wird das eine oder andere dieser Kinder einmal die Zukunft einer denkbaren „Dengl-Dynastie“ sichern: von Dominik Dengl dem Älteren begründet und dessen Sohn Dominik (geb. 1954) bisher würdig tradiert. Von einer potenziellen zukünftigen „Dynastie Dengl“ jedenfalls sprach der eine oder andere am Rednerpult, so etwa Bad Füssings Bürgermeister Alois Brundobler während einer stimmungsvollen Ausstellungseröffnung mit vielen Besuchern, unter ihnen stellvertretende Landrätin Gerlinde Kaupa, Dominik Dengl der Jüngere, Karolina Dengl, die Witwe des Künstlers, sowie die Goldhaubenfrauen. Sie alle lauschten, als der Laudator, Kunstmaler und Kunsthistoriker Adolf Hofstetter, zuständig für Sammlungen und Ausstellungen am Oberhausmuseum, dem Werk und dem Menschen Dominik Dengl dem Älteren adäquat die Ehre erwies.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Asbacher Saitenmusi. Man sah und spürte, dass dies alles zusammen die Gäste zu erfreuen schien, so auch den Kulturreferenten des Landkreises Passau, Dr. Wilfried Hartleb, Egon Wörlen vom Museum Moderner Kunst in Passau, Monsignore Hans Lang, Dr. Hans Rau vom Krankenhaus Rotthalmünster und den evangelischen Kurseelsorger aus Bad Füssing, Norbert Stapfer.

Der Betrachter weiß nicht, welchem dieser schönen Exponate alter Kirchenkunst er sich zuerst zuwenden möchte. Doch da sind die kleinen liebenswürdigen Enkel schon zur Stelle, wissen Rat hinsichtlich all der Wahlalternativen: Vielleicht diese beiden sitzenden Madonnen? Oder die zauberhafte heilige Katharina mit dem Rad? Dominik Dengl der Ältere schloss einst 1940 die Schnitzerschule in Oberammergau mit dem Prädikat des Jahrgangsbesten ab. Bereits als Fünfjähriger hatte er, dessen Talent ein Lehrer des Maristenkollegs in Mindelheim erkannte, kindliche Figuren und Spielzeug geschnitzt. Stets war das künstlerische Potenzial Dominik Dengls auf den figuralen Bereich primär des sakralen Kunstschaffens ausgerichtet; und als ein Mann mit der Vorliebe für großfigurige Skulpturen bis hin zu genial arrangierten Figurengruppen im Stil der (Spät-)Gotik, des Barock und Rokoko, zeigte er nur geringes Interesse an den zu Beginn der sechziger Jahre aktuellen Neuschöpfungen und Modernisierungen des Altarraums. In der Ausstellung im Leonhardimuseum werden zum größten Teil Figuren gezeigt, die von spezifischer Schnitztechnik mit nassem Holz zeugen. So etwa die lebensgroße Prozessionsfigur des Heiligen Leonhard aus Aigen, viele private Leihgaben wie Katharina von Schweden, der hl. Christopherus, Johannes der Täufer, ein Altar der Familie Stadlberger aus Unterschwärzenbach, jene Madonna mit Pferdeschwanz aus dem Pfarrverband Eggstetten-Simbach, der hl.Franziskus und Bruder Konrad, eine Leihgabe der Kapuziner Altötting.

Quelle: Passauer Neue Presse