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Schwarzbau legalisieren - Begründung gesucht - PNP vom 02.09.08

Im „Trettland I“ sind nur zwei Wohnungen pro Haus zugelassen - Viele Überschreitungen

(mg, Bad Füssing) Ist der Ehrliche der Dumme? Diese Frage stellt sich derzeit im Baugebiet Trettland I. Kommt derjenige weiter, der sich nicht an die Vorgaben des Bebauungsplans hält, einfach baut, wie er will? Es geht um nicht genehmigte, aber vorhandene Wohnungen in diesem Baugebiet, in dem pro Haus nur maximal zwei Wohneinheiten erlaubt sind. Wieder einmal musste sich jetzt der Bauausschuss mit diesem leidigen Thema der illegal errichteten Wohnungen befassen. Die entscheidende Frage dabei: Wie kann eine Lösung gefunden werden, die allen gerecht wird? Vor allem denen, die sich an die Vorgaben des Bebauungsplans gehalten haben. Die sollen schließlich durch ihr korrektes Verhalten keine Nachteile erleiden. Eine Entscheidung indes wurde vertagt. Nun ist man auf der Suche nach einer Gesamtlösung - und einer vernünftigen Begründung dafür. Dass das aber nicht leicht wird, das war Bürgermeister Alois Brundobler schon klar, als er bei der jüngsten Bauausschuss-Sitzung den Tagesordnungspunkt vier aufrief. Eine Familie, sie wohnt im Tränkeweg im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Trettland I“, hatte einen Antrag gestellt auf Erhöhung der zulässigen Wohnungszahl. „Ein Thema, das von grundsätzlicher Bedeutung ist“, umriss der Bürgermeister die Schwierigkeit des Unterfangens. Grundsätzlich geht es darum, dass im Bebauungsplan „Trettland I“ pro Haus nur maximal zwei Wohneinheiten erlaubt sind. In vielen Fällen gibt es aber drei Wohnungen. Da wurde zum Beispiel das Dachgeschoss zur kompletten Wohnung ausgebaut. Das weiß man im Rathaus. Und meint auch die Ursache für das Problem erkannt zu haben: Die Häuser sind so groß - zum Teil ist eine zweigeschossige Bebauung vorgeschrieben. Es ist viel mehr Platz da als nur für zwei Wohnungen. Da hat locker noch eine dritte Platz. Fakt ist aber, dass diese dritte Wohnung nicht genehmigt, also illegal errichtet wurde. Wenn man diese dritte Wohnung jetzt zulässt, die Schwarzbauten also nachträglich legalisiert, dann ergibt sich dadurch ein Problem hinsichtlich der Stellplätze und der Grünfläche. Denn mehr Wohnungen bedeuten zwangsläufig auch einen erhöhten Bedarf an Parkplätzen. „Ich sehe die Gefahr, dass diese Parkplätze auf öffentlichen Verkehrsflächen entstehen müssen. Dann sind aber alle die, die ihre Stellplätze auf dem eigenen Grund ausgewiesen haben, benachteiligt. Das darf auch nicht sein“, nannte Brundobler das Dilemma. In einem war sich der Ausschuss einig: Das ist eine Frage, die für das gesamte Baugebiet geklärt werden muss. Da kommt man mit der Behandlung von einzelnen Anträgen nicht weiter. Und so wird der Antrag der Familie auf Erhöhung der zulässigen Wohnungszahl wieder zurück an die Verwaltung gegeben. „Das Beste wäre, wenn sich ein paar Familien zusammentun und eine Bestandsaufnahme machen. Dann können wir das Ganze im Paket abklären“, so Brundobler. Man brauche, gab der Bürgermeister zu bedenken, eine gute Begründung dafür, warum man die dritte Wohnung erlauben solle. Diese Begründung müsse man sich ganz genau überlegen.

Quelle: Passauer Neue Presse