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Aus Kriegern wurden Kameraden - PNP vom 03.09.08

Auf eine lange Historie blickt die Krieger- und Soldatenkameradschaft Aigen an diesem Wochenende zurück. Foto: Fotoatelier Mörtlbauer

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Aigen blickt auf 150-jährige Geschichte zurück - Am Wochenende wird gefeiert

(di, Aigen am Inn) Ein Verein mit langer Tradition: Ihr 150-jähriges Bestehen feiert an diesem Wochenende die Krieger- und Soldatenkameradschaft Aigen zusammen mit den Ortsvereinen und den Kameradschaften des BKV-Kreisverbandes Passau Land Süd. Über 100 Männer aus den Orten Aigen, Kirchham, Schönburg, Pocking, Würding, Malching, Rotthalmünster und vielen weiteren Orten, wie sich aus den alten Vereinsquellen entnehmen lässt, schlossen sich 1859 dem Verein an. Für 18 Kreuzer wurde man aufgenommen, mit 12 Kreuzern war der Jahresbeitrag bezahlt. Als Ziel halten die Vereinsstatuten von 1859 fest: „Der Verein hat keinen anderen Zweck, als dass sowohl die Veteranen, welche die denkwürdigen Feldzüge - wohl die napoleonischen Kriege - mitgemacht haben, als auch jene Krieger, die im königlich bayerischen Heere gedient und die Waffen mit Ehre getragen haben, fortwährend in enger geselliger Verbundenheit verbleiben (...)“. Man trifft sich viermal im Jahr und noch einmal zum Jahresfest am Namenstag des Obersten Kriegsherrn, des Königs. Dabei wird auf gutes Benehmen größter Wert gelegt. „ Jedes Mitglied, das sich an diesem Festtag unanständig und excessive benimmt, wird für immer und unnachsichtlich aus dem Vereine ausgeschlossen.“ Schon wenige Jahre später, 1866, standen Mitglieder des Vereins auf Österreichs Seite im österreichisch-preussischen Bruderkrieg. 1871 gibt es im Verein die letzte große Siegesfeier. Nach 1918 und 1945 gab es nichts mehr zu feiern. Nach der Fahnenweihe 1863 wird 1913 eine neue Fahne geweiht. Nach 1950, nachdem die Militärregierung die Bestimmungen gelockert hatte, kommt es im Februar 1952 zur Neugründung. Aus dem „Krieger“- wird der „Kameraden“-Verein und schließlich 1970 die „Krieger- und Soldatenkameradschaft“. Vorsitzender wird 1952 Hermann Mayerhofer, dem 1969 Max Steininger nachfolgt, der auch den Aufbau der BKV-Soldatenkameradschaften in ganz Niederbayern und Bayern, vor allem aber mit dem „Aigener Modell“ die Integration der jungen Bundeswehrreservisten mit großem Einsatz vorantreibt. Von den 16 Gründungsmitgliedern sind noch Hans Huber, Alois Brundobler, Josef Doppelhammer, Gottfried Huber und Leonhard Seidl am Leben. 1954 ist der Verein bereits wieder auf 154 Mitglieder angewachsen. 1955 feiert man mit einer Fahnenweihe das 90-jährige (Fahnenmutter Maria Veigl), 1962 das 100-jährige (Fahnenmutter Maria Brauneis), 1978 das 120-jährige (Fahnenmutter Frieda Mayerhofer) und 1999 wieder in Verbindung mit einer Fahnenweihe das 140-jährige Bestehen (Fahnenmutter Christa Eckinger). Ab 1973 schließen immer mehr die Reservisten die sich lichtenden Reihen. 1988 sind von den 254 Mitgliedern bereits 150 Reservisten. Nach der Auslösung der Rottalkaserne werden auch diese immer rarer. 1986 tritt Otto Lorenz das Amt des Vorsitzenden an, dem nach seinem frühen Tod 1987 Fritz Meilhammer nachfolgt. Ab 1993 führt dann Robert Heudecker die Krieger- und Soldatenkameradschaft als Vorsitzender, ehe dieses Führungsamt ab 2002 Georg Leitner übernimmt. Heute gehören 189 Mitglieder der Kameradschaft an.

Quelle: Passauer Neue Presse