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Eine Westtangente, die im Feld endet - PNP vom 05.09.08

Momentan endet die Westtangente in Bad Füssing an einem Feld in Dürnöd. Foto: Jörg Schlegel

Immer noch kein genauer Zeitplan für den zweiten Bauabschnitt - Grund dafür ist vor allem der fünfastige Kreisel

(Bettina Durner, Bad Füssing) Seit 2003 ist das Thema Westtangente in Bad Füssing aktuell, verwirklicht ist allerdings nur der erste Bauabschnitt vom Kreisel bei der OMV-Tankstelle bis zu einem Feld in Dürnöd. Dann ist Schluss, mündet die Straße in ein Feld, obwohl sie eigentlich bis zur Staatsstraße 2110 (Obernberg-Egglfing) weiter führen und so den Ortskern von Bad Füssing vom Verkehr entlasten sollte. Dass Teil zwei noch nicht gebaut ist, liegt vor allem an dem Kreisel, der neben Kirchham auch den Haslinger Hof einbinden soll - nach den Vorstellungen Bad Füssings. Und auch an den Finanzen. „Mit einer Einfädelspur wäre die Straße schon längst fertig“, spricht Bad Füssings Bürgermeister Alois Brundobler die ersten Pläne des Freistaates für eine Anbindung der Westtangente an die Staatsstraße an. Doch nur zweihundert Meter entfernt wäre die Abfahrt zum Haslinger Hof, die von der Familie selbst bezahlt wurde. Hier würde, so Brundobler, ein Unfallschwerpunkt geschaffen. Also hat Brundobler den Antrittsbesuch vom Leiter des Straßenbauamtes Passau, Robert Wufka, genutzt, um ihm einen Kreisel schmackhaft zu machen. Das hat auch geklappt, das war 2005. Idealerweise wünscht sich Bad Füssing einen mit fünf Ästen, dann wäre alles angebunden, eine sichere Verkehrssituation geschaffen. Dass für eine Ideallösung durchaus auch länger gewartet werden kann, das ist im Bad Füssinger Gemeinderat auch schon 2005 angeklungen. Und außerdem: Bad Füssing müsse sparen. So steht das Projekt - der zweite Abschnitt soll rund 852 000 Euro kosten - zwar alljährlich im Haushaltsplan von Bad Füssing, doch das Geld wurde dann letztlich für andere Maßnahmen verwendet. So auch heuer wieder. Allerdings kommt nun von Kirchhamer Seite durchaus Interesse ins Spiel. Bisher war der Gemeinderat informiert, dass Kirchham rund 148 000 Euro für eine Anbindung des Ortes über die Hofgartenstraße aus eigener Tasche zahlen müsste. Doch, so Brundobler, das sei nicht mehr aktuell. Denn auf diese Anbindung würden unter 20 Prozent des Verkehrsaufkommens in diesem Bereich entfallen, und da springe der Freistaat ein. 2005 hatten die Kirchhamer ja beschlossen, auf die Anbindung ihres Ortes über den Kreisel momentan zu verzichten, da es für die Gemeinde finanziell nicht machbar sei. Mit diesen geänderten Vorzeichen was die Finanzen betrifft, kann sich Bürgermeister Anton Freudenstein aber durchaus vorstellen, dass Kirchham mitmacht. So wird er es, wenn die nötigen Informationen vorliegen, auch dem Gemeinderat vortragen. Einen Vorteil sieht er vor allem in der Entschärfung des Unfallschwerpunktes an der jetzigen Kreuzung. Wichtig ist ihm auch eine sinnvolle Lösung für den Haslinger Hof. Bad Füssing und die Familie Haslinger sind im Gespräch. Wenn der Radweg am Tränkeweg, der derzeit gebaut wird, fertig ist und auch der entlang der Westtangente, dann „würde sich auch der Ring der Radwege rund um Bad Füssing schließen“, so Bürgermeister Brundobler.

Quelle: Passauer Neue Presse