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Was sich auf dem Bundeswehrgelände tut - PNP vom 06.09.08

Seit der Auflösung der Kaserne wurden einige Pläne realisiert - Vieles ist in der Schwebe

(Marion Zauner, Pocking/Kirchham/Bad Füssing) Ende Juni 2003 verabschiedete sich die Bundeswehr aus der Region. 340 Hektar groß ist das ehemalige Bundeswehrgelände, das sich auf die Kommunen Pocking (1,9 Millionen Quadratmeter), Kirchham (760 000 Quadratmeter) und Bad Füssing (482 659 Quadratmeter) verteilt. Seither wurde ein Solarpark gebaut, das Nordic-Walking-Zentrum entstand, der Bärenpark der „Gewerkschaft für Tiere“ ist eröffnet und Geschäftsmann Gustav Struck hat einen Gutteil des Areals gekauft. Noch mehr aber hat sich auf dem Papier getan: Bauvoranfragen wurden eingereicht, Bebauungspläne geändert für Projekte, die doch nie realisiert wurden - etwa der Monumentalpark. Was es gibt auf dem Gelände und was konkret in Planung ist, das hat die PNP mit Hilfe von Bürgermeister Anton Freudenstein (Kirchham), Gerhard Krah (Bauamt Pocking), Norbert Lederhofer (Bauamt Bad Füssing) und Diplomgeograph Albert Krah (Pocking) zusammengestellt.

Ausgleichsflächen/Grünflächen: Innerhalb des Bundeswehrgeländes sind ökologische Ausgleichsflächen für den Bau der A 94 vorgesehen: rund 39 Hektar (siehe 4.4. auf dem Plan links). In Besitz der Struck-Aquaristik GmbH befinden sich wertvolle Vegetationsbestände im Südwesten (6.3.). Sie sollen erhalten werden, wie sie sind.

Autobahn: Die geplante A 94 durchschneidet das Gelände (siehe Abschnitt 3.1. im Plan). Rund 10 Hektar werden dafür benötigt. Die Autobahndirektion Südbayern plant im östlichen und westlichen Bereich die Gestaltung von zwei Übergängen für Fußgänger und Radfahrer. Geplant ist auch ein Rastplatz (Karte 3.2.).
Aquarien: Die Firma INGO PET von Gustav Struck ist in Sachen Zierfischzucht und Zierfischgroßhandel tätig. Die Firma soll von Walchsing umgesiedelt werden in die ehemaligen Kasernengebäude (siehe 5). In den Gebäuden des ehemaligen Kasernengeländes sollen bis zu 6000 Aquarien entstehen. Beheizt werden sollen die Becken mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks (4.3.). Konkrete Pläne/Anträge liegen zurzeit nicht vor.

Bärenpark: Das ehemalige Munitionsdepot bei Hart (nicht auf der Karte) hat die Gewerkschaft für Tiere gekauft. Das elf Hektar große Gelände ist Luftlinie rund fünf Kilometer von der Kaserne entfernt. Der Bärenpark wurde im August eröffnet.
Blockheizkraftwerk: Gustav Struck plant den Bau eines Blockheizkraftwerks (siehe 4.3.), das im ehemaligen Heizhaus eingerichtet werden soll. Bauanträge liegen aber noch nicht vor, auch eine Bebauungsplanänderung gibt es noch nicht.
Nordic Walking/Radfahren: Ein großer Teil des Bundeswehrgeländes dient heute der Naherholung. Die Stadt Pocking hat sich 50 Hektar im Bereich des ehemaligen Standortübungsplatzes gesichert. Genutzt wird die Fläche von Radfahrern, Walkern, Reitern und Spaziergängern. 2005 wurde das DSV-Nordic-Walking-Zentrum „Pockinger Heide“ eingeweiht. Derzeit gibt es sieben Strecken mit Längen zischen 2,7 und 11,7 Kilometern. Es gibt drei Einstiegsmöglichkeiten: am Pockinger Badesee, in Waldstadt und zwischen Steinreuth und Ainsen. Außerdem bieten sich Radfahrten auf der Panzerringstraße an (im Plan eingezeichnet als „Geh- und Radweg“). Damit die Wege auch künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sind, haben die drei Kommunen 2004 einen entsprechenden Bebauungsplan aufgestellt.
Solarparks: Der erste Solarpark (siehe 4.1.) wurde im April 2006 eingeweiht. Der damals weltweit größte Solarpark erstreckt sich auf 32 Hektar. Gustav Struck will nun auch einen Solarpark (4.2.) errichten, vorgesehen sind auf dem 25-Hektar-Areal auch sechs Hektar Ausgleichsflächen.

Westtangente: In die Planungen mit aufgenommen wurde auch die Westumfahrung für Pocking (siehe 3.3.)
Wildpark: Auch der Wildpark (siehe 2.5.) ist ein Projekt von Gustav Struck. Auf einem rund 47 Hektar großen Gebiet rund um den Alten Horst sollen neben einheimischen Tieren auch Tiere aus aller Welt zu sehen sein. Geplant sind auch Gastronomie und Schulungsräume. Mit den Planungen soll begonnen werden, sobald der Solarpark II fertig ist.

Quelle: Passauer Neue Presse


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